Check-up ab 35 - Was wirklich gemacht wird (und was nicht)
Alle drei Jahre zum Gesundheits-Check. Aber was passiert da eigentlich? Und reicht das aus? Ein Blick hinter die Kulissen der Vorsorge.
Ab 35 haben gesetzlich Versicherte alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up. Die meisten nehmen ihn nicht wahr.
Und viele, die ihn wahrnehmen, wissen nicht genau, was eigentlich untersucht wird. Oder was nicht.
Was der gesetzliche Check-up beinhaltet
Der Leistungsumfang ist genau festgelegt:
- Anamnese (Befragung zu Vorerkrankungen, Medikamenten, Lebensstil)
- Körperliche Untersuchung
- Blutdruckmessung
- Blutuntersuchung (Gesamtcholesterin, Nüchternblutzucker)
- Urinuntersuchung
- Impfstatus überprüfen
Seit 2021 wird zusätzlich einmalig auf Hepatitis B und C gescreent.
Das war es.
Was nicht dabei ist
Viele Patienten sind überrascht, was alles nicht zum Standard gehört:
- Großes Blutbild
- Schilddrüsenwerte
- Nierenwerte
- Leberwerte
- EKG
- Ultraschall
All das sind zusätzliche Leistungen. Wenn medizinisch begründet, zahlt die Kasse. Ohne Begründung sind es IGeL-Leistungen.
Mein Rat als Hausarzt
Nehmen Sie den Check-up wahr. Er ist nicht perfekt, aber er ist ein Anfang.
Bereiten Sie sich vor: Was sind Ihre Risikofaktoren? Gibt es Vorerkrankungen in der Familie?
Nutzen Sie das Gespräch. Fragen Sie nach. Was bedeuten die Werte? Was können Sie selbst verbessern?
Die wichtigste Vorsorge
Ich sage das oft: Die wichtigste Vorsorge passiert nicht in der Arztpraxis.
Nicht rauchen. Wenig Alkohol. Regelmäßig bewegen. Gesund ernähren. Ausreichend schlafen. Stress reduzieren.
Das ist Prävention. Jeden Tag. Kein Check-up alle drei Jahre kann ersetzen, was Sie selbst für Ihre Gesundheit tun.
Aber beides zusammen - ein gesunder Lebensstil und regelmäßige Vorsorge - das ist der beste Weg.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Über sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen sprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt.
Dr. med. Jan Sturm
Facharzt für Allgemeinmedizin, Betriebsmediziner und Ernährungsmediziner
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