Diabetes Typ 2 - Wie Sie ihn verhindern (und manchmal umkehren)
Fast sieben Millionen Deutsche haben Diabetes Typ 2. Viele davon könnten ihn verhindern. Manche können ihn sogar rückgängig machen.
Diabetes Typ 2 gilt als Volkskrankheit. Fast sieben Millionen Betroffene in Deutschland. Tendenz steigend.
Dabei ist Typ-2-Diabetes keine Schicksalserkrankung. Bei den meisten Menschen ist er das Ergebnis von Lebensstilfaktoren. Und damit beeinflussbar.
Was bei Diabetes Typ 2 passiert
Bei Typ-2-Diabetes verliert der Körper nach und nach die Fähigkeit, den Blutzucker zu regulieren.
Es beginnt mit Insulinresistenz: Die Zellen reagieren nicht mehr richtig auf Insulin. Die Bauchspeicheldrüse produziert mehr Insulin, um das auszugleichen.
Dann erschöpft sich die Bauchspeicheldrüse. Die Insulinproduktion sinkt. Der Blutzucker steigt.
Dieser Prozess dauert Jahre. Oft Jahrzehnte. Lange bevor die Diagnose gestellt wird, ist der Stoffwechsel bereits gestört.
Die gute Nachricht
Typ-2-Diabetes ist keine Einbahnstraße. Besonders in frühen Stadien lässt er sich aufhalten. Manchmal sogar umkehren.
Studien zeigen: Bei neu diagnostiziertem Diabetes kann eine konsequente Gewichtsreduktion in etwa der Hälfte der Fälle zur Remission führen.
Die Voraussetzung: früh handeln. Je länger der Diabetes besteht, desto schwieriger wird die Umkehr.
Was wirklich hilft
- Gewichtsreduktion: Der wichtigste Faktor. Schon 5-10 Prozent Gewichtsverlust können den Blutzucker deutlich verbessern.
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Insulinempfindlichkeit.
- Ernährungsumstellung: Weniger Zucker, weniger stark verarbeitete Kohlenhydrate, mehr Ballaststoffe.
Das klingt einfach. Ist es nicht. Gewohnheiten zu ändern ist schwer. Aber es ist der einzige Weg, der an der Ursache ansetzt.
Medikamente sind kein Versagen
Ich sage meinen Patienten: Wenn Sie Medikamente brauchen, ist das kein Versagen. Es ist Teil der Behandlung.
Moderne Diabetesmedikamente können viel. Manche helfen beim Abnehmen. Manche schützen Herz und Nieren.
Medikamente ersetzen keine Lebensstiländerung. Aber sie ergänzen sie.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Änderungen an Ihrer Diabetes-Therapie sollten immer mit Ihrem Arzt abgesprochen werden.
Dr. med. Jan Sturm
Facharzt für Allgemeinmedizin, Betriebsmediziner und Ernährungsmediziner
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